Bonifatiusschule | Turnhallen im Baukastensystem | D'Inka +  Scheible Architekten Europaviertel | 3D-Ansicht des GWH-Baufeldes Europaviertel | Bildnachweis: GWH Städel | Das Urteil der Jury zum Erweiterungskonzept: "Ein leuchtendes Juwel am Tag, ein Lichtteppich in der Nacht - etwas ganz Besonderes ist gelungen!" | Bildnachweis: Städel Die Goldene Waage Frankfurt | Foto: Stadtarchiv Gateway-Ausblick | Gateway Gardens / Quartier Alpha mit Skyline-Blick | Bildnachweis: bcc

Herausforderung Stadtentwicklung

Liebe Leserinnen und Leser,

kurz vor Druck dieser Ausgabe von planen + Bauen erstrahlte Frankfurt in einem ganz neuen Licht, wurde von der "Stadt der Banken zu einer Stadt der Fantasie", wie es Oberbürgermeister Feldmann ausdrückte. Die Luminale setzte zwischen dem 30. März und dem 4. April Gebäude, Plätze, Brücken ungewohnt, aber gekonnt in Szene. Mit rund 180 Projekten verwandelte die siebte Biennale der Lichtkultur die Mainmetropole in eine Stadt des Lichtes und zeigte den Bürgerinnen und Bürgern ein anderes, eine schönes, ein strahlendes Frankfurt.

Die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt sollen stolz auf ihr Frankfurt sein, sie sollen sich aber auch mit ihm identifizieren können. Und das ist nicht immer leicht und stellt sicherlich eine der größten Herausforderungen der Stadterneuerung und der Stadtplanung in den kommenden Jahren dar. Frankfurt ist mit einer Grundfläche von rund 250 Quadratkilometern die kleinste der deutschen Großstädte, Parks und Straßen engen den Spielraum der Stadtplaner weiter ein. Als Ausweg bleibt oft nur der Abriss bisheriger und das Errichten neuer Gebäude, was keineswegs immer nur auf Zustimmung der Anwohner trifft. Auch die Aufwertung ganzer Viertel, wie aktuell beispielsweise des Gallusviertels, ist umstritten und sorgt für Diskussionen und Kopfschütteln. Aber wie soll sonst attraktiver Wohnraum geschaffen werden, ohne die Preise ins Unendliche steigen zu lassen?

Die Gefahr dabei ist natürlich, dass sich soziale Strukturen verändern werden, sozial Schwächere immer weiter an den Rand gedrängt werden, dass der soziale Wohnungsbau und die sogenannten "Brennpunkte" zunehmend aus den Innenstadtlagen hinaus in die Außenbezirke verlagert werden. Hier ist es Aufgabe der Politik, den richtigen Spagat zwischen verständlichen Investoreninteressen, die viel Geld in die Hand nehmen, und dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zu bewältigen.

Dieser Umbauprozess der Stadt Frankfurt und das Thema Wohnen und Arbeiten in Frankfurt am Main zieht sich auch durch diese Ausgabe von planen + bauen. Lesen Sie beispielsweise über die Bebauungsmaßnahmen im Ostend, nahe der Flößerbrücke auf dem Areal des legendären Sudfasses.

Betrachten Sie als gutes Beispiel für die Modernisierung einer Stadt die Neugestaltung des ehemaligen Industriehafens in Offenbach. Die Kornmarkt Arkaden rund um die Berliner Straße auf dem Geländes des früheren Bundesrechnungshofes zeigen, wie rund um Baudenkmäler der Vergangenheit neue Gebäudeensembles entstehen können. In Höchst sind auf dem Wesner-Areal neue, attraktive Möglichkeiten des Wohnens entstanden.

Im Fokus in dieser Ausgabe liegt die Erweiterung des Museums für Moderne Kunst und der Neubau des Romantik Museums. In "Frankfurt aus Ihrer Perspektive" beleuchten wir die weitere Entwicklung des Kulturcampus, denn ohne attraktive (Aus)Bildungsmöglichkeiten, lesen Sie dazu auch den Beitrag zum Uni-Campus Westend, wird Frankfurt ebenfalls an Stellenwert einbüßen. Redaktion und Verlag wünschen Ihnen wieder viel Freude bei der Lektüre.

Philipp Otto,
Verleger