Bonifatiusschule | Turnhallen im Baukastensystem | D'Inka +  Scheible Architekten Europaviertel | 3D-Ansicht des GWH-Baufeldes Europaviertel | Bildnachweis: GWH Städel | Das Urteil der Jury zum Erweiterungskonzept: "Ein leuchtendes Juwel am Tag, ein Lichtteppich in der Nacht - etwas ganz Besonderes ist gelungen!" | Bildnachweis: Städel Die Goldene Waage Frankfurt | Foto: Stadtarchiv Gateway-Ausblick | Gateway Gardens / Quartier Alpha mit Skyline-Blick | Bildnachweis: bcc

Wohnraum schaffen

Liebe Leserinnen und Leser,

in Frankfurt geht das Licht aus. Natürlich nur im wahrsten Sinne des Wortes. Die Main-Metropole beteiligte sich Ende März an der Klimaschutzaktion „Earth Hour“ der Naturschutzorganisation W W F und schaltete an wichtigen öffentlichen Gebäuden für eine Stunde das Licht aus. Dom, Paulskirche, Römer und Mainbrücken versanken in Dunkelheit, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz und weniger CO 2 -Ausstoß zu setzen. Seit 2011 beteiligt sich Frankfurt an dieser Aktion. Nur Mitmachen reicht aber bei Weitem nicht aus: Nachhaltigkeit ist eine permanente Aufgabe, die in Frankfurt offensichtlich besonders gut gemacht wird. Im jüngsten „Sustainable Cities Index“ landete die Mainmetropole auf Platz eins und ließ London, Paris und Berlin hinter sich. In der Begründung der Planungs- und Beratungsgesellschaft Arcadis heißt es, Frankfurt sei deshalb so erfolgreich, weil es die Bürger in die Stadtentwicklung einbeziehe und Experimente fördere. Wer die eigene Umwelt positiv beeinflusse, sei am ehesten in der Lage, Lösungen für die globalen Herausforderungen zu finden.

Ansonsten „brummt“ Frankfurt, wie man so schön sagt. Die Wirtschaft prosperiert und bietet stabile Arbeitsplätze mit guten Einkommen. Das zieht die Menschen an. Die Folge: Preise und Mieten steigen. In manch angesagten Wohnvierteln ist es heute schwer, überhaupt noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Dennoch sind sich alle Experten einig: Eine Immobilienblase gibt es in Frankfurt (noch) nicht. Wohl aber Wohnraummangel. Und das dürfte weiterhin zu steigenden Mieten und Preisen führen. Die Stadt ist bemüht, neuen Wohnraum zu schaffen. Hierfür werden Flächen untersucht und zur Bebauung freigegeben, Büro- und andere wirtschaftliche Gebäude umgewidmet zur Wohnbebauung oder abgerissen und neu und größer errichtet. Beispiele gibt es viele: Die Bürostadt Niederrad sucht derzeit unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einen neuen Namen, denn es ist keine Bürostadt mehr, sondern entwickelt sich rasant zu einem Viertel zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Eines der Wahrzeichen Frankfurts, der Henninger Turm, soll künftig keine Brauerei oder Touristen mehr beherbergen, sondern bietet Wohnungen mit besten Aussichten. Auch das ist ein Trend: Wer nicht mehr in die Breite wachsen kann, wächst eben in die Höhe. Die Skyline wird keineswegs mehr nur von Bürotürmen geziert, sondern es kommen nach und nach „Wohntürme“ dazu. So sieht es der Hochhausplan vor. Diesen Themen ist die aktuelle Ausgabe von planen + bauen vor allem gewidmet. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Philipp Otto,
Verleger